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griechische Philosoph Epikur hatte es schon vor mehr als 2.000
Jahren erkannt: Den Mensch treibt die Sehnsucht nach dem Genuß.
Daß das auch beim Essen gilt, können die Neurologen
jetzt bestätigen: Ist das Lustzentrum des Gehirns nämlich
ausgeschaltet, bleibt es auch in der Speisekammer dunkel.
Dann treibt uns nicht mehr die Lust auf den Gaumengenuß
zum Futter, sondern nur noch der Metabolismus unseres Körpers.
Und dass der weniger braucht, als wir ihm mit unserer Lust
aufs Essen geben, wissen nicht nur jene 40% unserer Mitbürger,
die mehr Pfunde mit sich herumschleppen als gut für sie
ist.
Die in unsere Gene gestanzte Lust auf süß, salzig
und fett trieb schon unsere unwissenden Urahnen zu jenem Futter,
das sie zum Überleben brauchten. Was süß schmeckt,
liefert Vitamine, Flavonoide und Kohlehydrate. Salzig signalisiert
Mineralien und Spurenelementen und fett steht für lebenswichtige
Fettsäuren und Energie. Der Appetit auf diese drei Geschmacksrichtungen
ist Mutter Naturs cleveres Überlebensprogramm. Von diesem
Appetit getrieben, findet auch ein primitiver Organismus zu
jenem Futter, das gut für ihn ist. Er muß nicht
wissen, er muß nur schmecken. Und so kann er in jedem
Klima überleben, egal ob's dort Pinguine oder Papayas
zum Futtern gibt.
Der Trieb zur Lustbefriedigung wird im Stammhirn geregelt,
in einer Region, die die Wissenschaftler Amygdala nennen.
Forscher der Medical School an der Universität von Wisconsin-Madison
haben die Amygdala in Mäusehirnen mit Opiaten stimuliert.
Die so angeregte Lust trieb die Mäuse zur Versechsfachung
ihres normalen Fettverzehrs. Sobald die Forscher die Amygdala
aber durch eine weitere Injektion lahmgelegt hatten, ließen
die Mäuse alles Fett links liegen.
Das bestätigt, was die meisten Dicken ohnehin längst
wissen: die Lust aufs Essen überschreibt die Bedarfsmeldungen
des Körpers.
Diese Lust war zu jener Zeit, als Mutter Natur den Appetitmechanismus
erfand, auch kein Problem. Denn Adam, Eva und Ötzi konnten
sich weder mit Cola, Creme oder Crackern vollstopfen. Heute
müssen wir nur in den Kühlschrank greifen oder bei
Pizzahut anrufen. Und so fällt es uns wesentlich leichter,
den fein eingestellten Balanceakt unseres Metabolismus aus
dem Gleichgewicht zu bringen. Wie leicht, das können
Sie sich an folgendem Beispiel klar machen: Ein durchschnittlich
gewachsener Europäer, der innerhalb eines Jahres nur
ein Pfund zunimmt, muß lediglich rund 4000 Kalorien
zuviel essen. Das ist nicht einmal ein halbes Prozent der
rund 900.000 Kalorien, die er im gleichen Zeitraum ohnehin
ißt.
Solange wir also unsere Lust aufs Essen nicht in den Griff
kriegen, wird's nichts mit dem Abnehmen. Denn nur wer eine
Lust auf das hat, was gesund ist, ernährt sich dauerhaft
gesund, bleibt damit ganz automatisch schlank und schafft,
was Epikur schon vor 2.000 Jahren postulierte: sein Verhalten
am Genuß zu orientieren. Dass man seine Lust aufs Essen
konditionieren kann, wie übrigens fast alles menschliche
Verhalten, wissen die Psychologen und Neurologen heute. Wie
das geht erfahren Sie im Buch "Null Bock auf Diät".
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