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Was
gesund ist, schmeckt nicht, und je gesünder es ist, umso
weniger schmeckt es.
Dieses Vorurteil der Frittengeneration scheint in
der Sojabohne ihre Bestätigung zu finden. Doch Soja kann
auch anders, nämlich schmecken, und zwar als Knabbersnack. |
| Geröstete
und leicht gesalzene Sojabohnen haben dabei noch mehr Schlagkraft
gegen das Altern, den Krebs und die Beschwerden der Wechseljahre
als der labberige Tofu, den nun wirklich kaum einer mag.
Diese Erkenntnis präsentierte die Herzspezialistin Dr.
Francine Welty auf der jährlichen Tagung der American
Heart Association am 19. November 2002. Zwar bedarf es noch
längerer und umfangreicherer Studien, um ihre Forschungsergebnisse
zweifelsfrei zu bestätigen, aber dass Soja gesund ist,
daran zweifelt heute niemand mehr. Grund genug, sich dieses
Gemüse aus Fernost mal genauer anzuschauen.
In Asien seit rund 3.000 Jahren angebaut, war Soja bis Anfang
des 20. Jahrhunderts in Europa nahezu unbekannt. Noch 1920
wurden ausserhalb Asiens nur 0,5 Millionen Hektar mit Soja
bepflanzt. Heute sind es mehr 30 Millionen Hektar. 75% der
Weltproduktion kommen übrigens aus Nord- und Südamerika,
der überwiegende Rest aus den klassischen Anbauländern
Japan, China und Korea. Letztere produzieren jedoch fast ausschließlich
für den eigenen Gebrauch.
Dass uns trotzdem der Soja nicht im Supermarkt überschwemmt,
liegt daran, dass wir ihn überwiegend als Viehfutter
verwenden. Trotzdem dient er als Rohstoff für so viele
verschiedene Lebensmittelzutaten und -zusatzstoffe, dass Sojakomponenten
in rund 30.000 Lebensmittelprodukten enthalten sind. Nur in
Mitteleuropa ist dieser billigste der Proteinlieferanten bislang
nicht zum Zug gekommen. Noch ein Grund sich mit dem Soja bekannt
zu machen.
Der vordergründige Vorteil des Soja sind zweifellos seine
Proteine. 30-50% des Soja besteht aus Eiweißen in einer
für die menschliche Ernährung idealen Komposition.
Dazu kommen noch 25% komplexe Kohlehydrate,15-20% ungesättigte
Öle, Ballaststoffe und Vitamine aus der B-Gruppe. Alleine
das würde schon reichen um den Soja auf das Siegertreppchen
der Nahrhaftigkeit zu stellen.
Doch des Soja schwerste Geschütze kommen aus der zweiten
Reihe, den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. Zu
denen gehören die Isoflavone, die auch gelegentlich pflanzliches
Östrogen genannt werden. Diese Stoffe wirken ähnlich
wie das Östrogen, nur wesentlich schwächer als dieses
weibliche Sexualhormon. Zwar enthalten auch Hülsenfrüchte
Isoflavone, aber die sind nirgends so stark konzentriert wie
in der Sojabohne. Die beiden wichtigsten Isoflavone heißen
Daidzein und Genistein. Beide sind der Wissenschaft als Antioxidantien
bekannt. Genistein wirkt als Schutzmittel gegen den Krebs.
Und da beide Isoflavone östrogene Wirkung haben verringern
sie die unangenehmen Begleiterscheinung der Menopause, wie
z.B. Hitzewallungen. Diesen Effekt bestätigten die Frauen
der Welty'schen Versuchsgruppe, bei denen darüberhinaus
auch eine Verringerung des systolischen und des diastolischen
Blutdruckes messbar war.
Aber auch Männer profitieren vom Soja. Östrogen-wirkende
Isoflavone hebeln nämlich generell die hormonbedingten
Krebserkrankungen aus den Fugen. Und zu denen gehört
der Prostatakrebs. Aber auch gutartig vergrößerte
Vorsteherdrüsen profitieren von einer enzymhemmenden
Wirkung dieser Soja-isoflavone. Denn die schwächen die
Bildung des männlichen Sexualhormons Testosteron in der
Prostata und anderen Geweben. Diese enzymhemmende Wirkung
ist einer der neueren Ansätze zur Heilung gutartiger
Prostatavergrößerungen.
Ist das alles? Nein. Soja enthält neben den Isoflavonen
auch noch einen hohen Anteil an Saponinen. Das sind chemopräventive
Geschütze gegen den Krebs. Und als wäre all das
noch nicht genug, Soja verringert nachweislich den Anteil
des sogenannten schlechten Cholesterins im Blut.
Bei soviel Gesundheit muß doch der Geschmack auf der
Strecke bleiben. Wer nur den Tofu und die Sojamilch kennt,
dem sei diese Ansicht verziehen. Aber geröstete und (leicht)
gesalzene Sojabohnen schmecken selbst jenen, die sonst lieber
am T-Bone nagen und Erdnüsschen zum Bier futtern. Das
sollte den Soja auch bei uns gesellschaftsfähig machen.
Und dass die Konzentration der Wirkstoffe des Soja ausgerechnet
in seiner Bohne am höchsten ist, macht ihn noch sympathischer.
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