| Viele
Studien der vergangenen 20 Jahre haben den Fisch als Wohltäter
für unsere Gesundheit bestätigt. Nur weiß
bis heute noch niemand so genau, warum das so ist.
Lange glaubte man an die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren
als die eigentliche Ursache. Aber die Harvard Studie zeigt,
dass Fisch mit höherem Gehalt dieser Fettsäuren
nicht besser vor Infarkten schützt als Fisch mit weniger
Omega-3-Fettsäuren. Als Daumenregel gilt: je dunkler
und fetter das Fleisch eines Fisches um so mehr Omega-3-Fettsäuren
enthält es.
Männer, die 2-3 mal pro
Monat weißfleischige Garnelen aßen, reduzierten
ihr Infarktrisiko ähnlich gut wie jene, die wesentlich
öfter dunkelfleischige Makrelen oder Thunfisch verspeisten.
Ebenso erstaunlich ist eine weitere Erkenntnis der am 24 Dezember
veröffentlichten Studie. Offenbar muss man wesentlich
weniger Fisch essen als bislang angenommen, um in den Genuß
eines deutlich verringerten Infarktrisikos zu kommen.
"Frühere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass man
mindestens ein- bis zweimal pro Woche Fisch essen muss."
sagt Dr. Ka He, Ernährungswissenschaftler und Leiter
der Harvard Studie. "Diese Studien schienen auch einen
linearen Zusammenhang zwischen der Menge Fisch in der Nahrung
und dem Schutz vor Infarkt zu beweisen. In unserer Studie
aber konnten wir diesen Zusammenhang nicht feststellen. Mehr
Fisch ist nicht gleichbedeutend mit größerem Schutz."
Das ist erstaunlich, denn die Studie, auf die sich Dr. He
bezieht, war erst im Januar 2002 im Journal der American Medical
Association veröffentlicht worden. Diese ebenfalls in
Harvard durchgeführte Studie hatte die Essgewohnheiten
von 80.000 Krankenschwestern 14 Jahre lang beobachtet und
ausgewertet. Frauen, die mindestens 5 mal pro Woche Fisch
aßen, hatten ein um 52% reduziertes Schlaganfallrisiko
im Vergleich zu Frauen, die weniger als einmal pro Monat Fisch
auf dem Teller hatten. Die 52% verringerten sich auf 22% für
Frauen, die nur einmal pro Woche Fisch zu sich nahmen.
Dr. He ist selbst erstaunt über die sich widersprechenden
Resultate. Seine Studie war ebenso umfangreich wie die erste
Harvard Studie. Er wertete die Essgewohnheiten von 51.000
Ärzten, Zahnärzten, Apothekern und anderen medizinisch
Tätigen über 12 Jahre hinweg aus. Bereinigt um Faktoren
wie Rauchen, Alter, Aspirinkonsum, Bewegungsmangel, erhöhtem
Cholesterinspiegel und der Behandlung mit Blutdruck senkenden
Mitteln ermittelte er, dass Männer die ein- bis dreimal
pro Monat Fisch essen, ihr Schlaganfallrisiko um 43 % reduzieren.
Bei Männern, die mindestens 5 mal pro Woche Fisch aßen
war die Risikoreduzierung nur unwesentlich höher: 46
%.
Auch wenn wir nicht genau wissen, was es ist, eines ist klar:
Es steckt etwas im Fisch, das uns gegen den Schlaganfall schützt.
Ob es die ungesättigte Omega-3-Fetssäure ist, eine
Kombination der ungesättigten Fettsäuren oder gar
ganz was anderes, das wissen wir noch nicht.
Mindestens einmal pro Woche im Fischgeschäft anstatt
der Metzgerei sein Geld auszugeben, macht offensichtlich Sinn.
Copyright 2002, ipk GmbH,
all rights reserved. Republication or redistribution including
by caching, framing or similar means, is expressly prohibited
without the prior written consent of ipk GmbH.
|